Kann man lernen, von Kunst zu leben?

Kann man lernen von Kunst zu leben

Hast du dich das eigentlich auch schon mal gefragt?

Während es manchen Künstler°innen scheinbar mühelos gelingt, mit dem Einkommen ihrer künstlerischen Tätigkeit ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, fällt es anderen oft ungeheuer schwer. 

Wieso ist das eigentlich so?

Vielleicht beschleicht dich, beim Besuch einer Ausstellung, beim Anhören der Charts, beim Zappen durch aktuelle Sender oder beim Lesen der Kulturseiten manchmal der Verdacht: 

Mit der künstlerischen Qualität hat dies nicht unbedingt immer zu tun 😏

Vielleicht ist es einfach die Fähigkeit, sich gut verkaufen zu können, ein hilfreiches Netzwerk aufzubauen, gute Verbindungen zu haben, oder schlichtweg besonders selbstbewusst zu sein?

Und wenn du all das nicht kannst, bist oder hast…. ist dann Hopfen und Malz verloren?

Vor Kurzem bin ich durch die Bücherabteilung eines großen Anbieters von Künstlerbedarf geschlendert: dort gab es hunderte, wenn nicht tausende Bücher zu den unterschiedlichsten künstlerischen Themen und ein großer Teil davon ist der Vermittlung bestimmter Fertigkeiten gewidmet: dies oder jenes zeichnen lernen, mit diesen oder jenen Materialien malen oder etwas gestalten, wie verwende ich das und das, etc. 

Und natürlich jede Menge weiterer Bücher, die zur Inspiration in all diesen Sparten dienen.

Ganz ähnlich bei einem großen Laden für Musikinstrumente in dem alles zu finden ist, was man braucht, um Musik zu machen, auf tausenden Quadratmetern, draußen am Stadtrand: auch dort zahlreiche Bücher zu „wie spiele ich dieses und jenes Instrument“, dazu Künstlerbiographien, Geschichten berühmter Bands, Noten und Partituren, etc.

Wer also lernen will, sich künstlerisch oder kreativ zu betätigen, dem stehen alle Ressourcen dieser Welt zur Verfügung - denn abgesehen von den Büchern gibt es ja unzählige Videos mit Tutorials im Netz - ganz abgesehen natürlich von offiziellen, formellen oder informellen Ausbildungen in allen Genres.

Wie viele Bücher aber glaubt ihr, waren dort zu finden zum Thema:

„OK, ich habe jetzt künstlerisch einiges gelernt, aber wie kann ich das jetzt hinaus in die Welt bringen und hoffentlich eines Tages davon auch meinen Lebensunterhalt bestreiten, weil ich das nämlich will?“ 

So gut wie keine. 

Und die paar, die es gab, waren offensichtlich von Akademikern geschrieben, die es darauf angelegt haben, ihren Lesern dieses Thema durch sanfte Schlaftherapie nahezubringen (weil sich schon nach wenigen Seiten schwere Augenlider einstellen).

Also tatsächlich Hopfen und Malz verloren?

Ich habe vor einiger Zeit eine Umfrage unter Hochschulen und Kunstakademien gemacht, ob dort auch unterrichtet wird, wie die Studenten, nach erfolgreichem Abschluss, auch in der Kunstwelt überleben können. Die Antworten waren schlichtweg ernüchternd. Bestenfalls eine Block-Veranstaltung gegen Ende des Studiums, oder überhaupt erst ein „ferner liefen“ Angebot für schon fertige Absolvent°innen.

Kann man also lernen, von Kunst zu leben?

Ich denke: ja. 

Erstens, weil man ALLES lernen kann, was modellierbar ist. Sprich: alles, was jemand tut und ich sehen kann, WIE derjenige oder diejenige es tut, kann ich lernen - leichter oder schwerer, das hängt von vielen äußeren und inneren Faktoren ab - aber lernbar ist es!

Nur: wann, wo und wie?

Und vor allem: kannst DU es lernen? Hast du dir je diese Frage gestellt?

Sicherlich: wir alle haben uns schon mal gedacht: "Warum ist der oder die so erfolgreich, wie hat sie das gemacht, wie macht er das, warum klappt das bei mir nicht?" Und dann: „Ich bin halt nicht so und so, ich kann halt nicht das und das, das ist nicht meine Art…“ ect.

Aber hast du dir schon einmal überlegt, dass du lernen könntest, wie du als Künstler°in, als Kreative°r erfolgreich sein kannst, auf genau die selbe Art und Weise, wie du eine kreative Technik, dein künstlerisches Können erlernst?

Ist dir je in den Sinn gekommen, dass „von Kunst leben können“ eine Fertigkeit ist, die erlernbar ist, so wie du die Grundzüge deiner künstlerischen Tätigkeit erlernst hast?

Wir alle sind, wenn es um Kunst und künstlerische Arbeit geht, gewohnt, mit dem Begriff „Talent“ zu denken: „jemand hat oder ist ein Talent“ (hat oder ist - was stimmt eigentlich? Darüber mehr demnächst hier im Blog...). 

Irgendwie denken wir da auch, dass jemand eben mehr „Talent“ dazu hat, sich zu „vermarkten“ oder zu „vernetzen“.

Aber so, wie Talent nur eine Seite ist, und uns klar ist, dass niemand wirklich weiter kommt, der sich ausschließlich auf seinem Talent ausruht, so wie niemand nur auf Talent, ohne weiteres Lernen und Üben ihre Karriere aufbauen kann, so ist auch das „Talent“ als Künstler°in finanziell erfolgreich zu sein, weder Erklärung noch Ausrede:

Alles, was über das „Talent“ hinausgeht, ist erlernbar, kann und muss gelernt werden, um wirklich erfolgreich zu sein.

Die Frage ist nur: wollen wir uns Zeit dafür nehmen? 

Neben allem anderen, was du tust, sollst du da auch noch Zeit und Energie investieren, um zu lernen, wie du ökonomisch mit deiner künstlerischen, kreativen Tätigkeit erfolgreicher werden kannst?

Leider erlebe ich es als Coach nur zu oft, dass viele meine Tätigkeit mit der eines Arztes verwechseln: sie kommen zu mir, wenn die Symptome bereits absolut akut sind und sie ganz schnell eine Pille oder Spritze brauchen, um die bereits sehr schlimme Situation möglichst rasch zu „reparieren“: meist sind da die finanziellen Ressourcen schon erschöpft oder der Leidensdruck einfach zu groß.

So geht das aber leider nicht. Jedenfalls nicht so von heute auf morgen.

So, wie du ein Klavierkonzert nicht über Nacht einstudieren kannst oder morgen früh dieses große Gemälde angefertigt hast, so wie dein Roman viele Wochen oder Monate braucht, so ist auch die Fähigkeit, von deiner Kunst leben zu können keine magische Pille, die schnell eingenommen alle Übel sofort beseitigt.

Es braucht, wie bei deiner künstlerischen Tätigkeit, Zeit, Hingabe, Energie, guten Mut und den Willen, wirklich etwas voran zu bringen.

Warum also bis zum letzten Moment warten? Das ist gefährlich.

Kann man also lernen, von Kunst zu leben?

Ja, man kann lernen, von seiner Kunst zu leben, und der beste Zeitpunkt es zu lernen ist: ab jetzt.

Egal, wo in deiner Karriere du stehst, an welchem Punkt deines Weges du dich befindest, ob du erst studierst, noch Anfänger bist, oder Laie und „irgendwann“ einmal professionell werden möchtest, ob du schon lange „kämpfst“ oder es „eh schon einmal sehr gut gegangen ist“:

Der richtige Zeitpunkt, dieses Handwerk, diese Fähigkeit, diese „Kunst von der Kunst zu leben“ zu lernen, ist: ab jetzt.

Was sagst du dazu? 

Was hast du zu diesem Thema bisher schon gelernt, was möchtest du gerne lernen, wo möchtest du besser werden?

Was ist das EINE Thema, dass dir gerade jetzt, heute, beschäftigt?

Ich freue mich auf eure Nachrichten! 

Und wenn ihr euch auch freuen wollt: schon nächste Woche gibt es weitere konkrete Infos zu genau diesem Thema:

Ja, ich will lernen, von meiner künstlerischen Tätigkeit zu leben - aber wo, wann und wie genau?

Ich hab was für euch vorbereitet 😁

Bis bald also, euer

Peter Unterschrift nur Peter freigestellt klein 200px


Peter Hauptmann | art-up.coach

2 Kommentare

  • Macht Spaß, deine zeilen zu lesen... das weckt mein Interesse wieder... bin kurz davor, meine Hobbymalerei (schwerpunkt Tierportrait) Hobby sein zu lassen... hatte viele Ideen für meine übrigen Werke... mir fehlt irgendwie der Biss, weil ich nicht weiß, wie ich es angehen soll...
  • Liebe Gabriele,
    das freut mich sehr! Ja, der erste Schritt, um wirklich Energie zu gewinnen und was Neues anzugehen, ist tatsächlich, sich darüber klar zu werden, wie es losgehen soll. Um "Klarheit" geht's übrigens auch in meinem nächsten Blogartikel, der heute noch erscheinen wird - bin gespannt, ob was du dazu sagst :-)
    Liebe Grüße, Peter

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