Über die "Kunst, Geschäfte zu machen"...

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Hier seht ihr die allererste Version meiner Homepage: "Über die Kunst, Geschäfte zu machen", stand da. Ein Freund, der selbst auch beratend für Künstler°innen tätig ist, hat mir damals folgendes geschrieben:

"Was, meines Erachtens, für deine Zielgruppe ein bisschen brutal klingt, ist der Slogan "Über die Kunst, Geschäfte zu machen". Du hast dir sicher einiges dabei gedacht, aber es hat in Zeiten, in denen "Geschäfte machen" so sehr mit dem Verschieben und Verzocken von virtuellem Geld assoziiert wird, etwas Komisches."

Das hat mich zuerst ein wenig irritiert, denn er hatte ja recht - aber natürlich auch damit, dass ich mir ja schon davor einiges dabei gedacht hatte. Meine Antwort war daher:

"Wie du richtig vermutest, habe ich tatsächlich lange überlegt, ob ich das so schreiben kann und soll, mich letztlich aber dafür entschieden, schließlich ist es - inklusive dem Doppelsinn - immerhin auch ein Satz der auffällt. Dein Zweifel hat mich aber auch dazu motiviert, in Kürze einen Blogbeitrag genau dem zu widmen - zum Beispiel dazu, dass "Geschäft" ja auch mit etwas mit "schaffen" zu tun hat…"

Und das will ich hiermit tun: 

Ich möchte gemeinsam mit euch hier und in der anschließenden Diskussion darüber nachdenken, ob und wie "Schaffen" und "Geschäft" zusammenhängen.

Der gemeinsame Wortstamm lässt es ja vermuten: "Geschäft" kommt von "Schaffen", das seinerseits verwandt ist mit "schöpfen". Wer etwas schafft oder geschaffen hat und es der Welt zeigen will - es teilen oder hergeben - der hat auch das Recht auf eine Gegenleistung: etwas anderes Geschaffenes, seien es Lebensmittel, Waren oder eben Geld - die Grundlage eines jeden Geschäfts.

Nun klingt aber "Geschäfte machen" heute tatsächlich etwas - nein, nicht komisch, sondern anrüchig. Und genau genommen, nicht nur heute, sondern schon die längste Zeit, speziell in Zusammenhang mit Kunst: die "hehre Kunst" kommt mit dem "schnöden Geld" nicht klar - so jedenfalls das Klischee. 

Geschäfte machen eben nur die Bösen, die erwähnten Schieber und Verzocker von virtuellem Geld und andere skrupellose "Geschäftemacher".

Aber stimmt das? 

Dass es böse Geschäftemacher gibt, natürlich. 

Aber auf der anderen Seite: brauchen Künstler°innen kein Geld? 

Natürlich brauchen Sie Geld, und sei es nur, um Essen und die benötigten Materialien kaufen zu können. Und:

Wäre es nicht schön, wenn Künstler°innen genau mit dem ihr Geld verdienen könnten, was sie am Besten können - ihrem kreativen Schaffen?

Zwar habe ich auch schon Stimmen gehört wie: 

"Ach weisst du, ich möchte mir die Freude an dem, was ich gerne tue, nicht durch den Zwang, damit Geld verdienen zu müssen, verderben."

Das ist ein ganz spezieller (in meinen Augen nicht sehr überzeugender) Gedankengang, dem ich bald noch einen extra Artikel widmen werde.

Aber nehmen wir mal an, ihr wollt tatsächlich von euer Kunst, euren Projekten, leben, wie ich es ja auch in meiner Startseite "verspreche"? (Und auch dazu - ob es nämlich ein Versprechen ist - kommt hier bald ein eigener Beitrag). Was dann? 

Wie könnt ihr euer Tun, eure Ideen, Projekte, eure Kunst, in Geld "verwandeln" von dem ihr leben und neue Materialien oder Ressourcen zum Weiterarbeiten erwerben könnt?

Hier kommt das magische Wort "Geschäft" ins Spiel. Es bezeichnet nämlich genau diesen Vorgang: Das von euch Geschaffene der Welt anzubieten - denen, die es mögen, wertschätzen - und vor allem: sogar dringend benötigen!

"Geschäfte machen" bedeutet in diesem Sinne nichts weiter, als:

  1. Den Wert des von dir Geschaffenen (was immer das sei) zu erkennen und SELBST anzuerkennen
  2. Danach andere Menschen zu finden, die es EBENFALLS wertschätzen UND
  3. die bereit sind, dafür eine materielle Gegenleistung zu erbringen
  4. welche es dir ermöglicht, weiterhin - mit dem was DU kannst und gern tust - tätig zu sein.
 "Geschäftemachen" bedeutet, das von dir Geschaffene der Welt anzubieten - denen, die es mögen, wertschätzen - und vor allem: sogar dringend benötigen!

DIESE Definition von "Geschäfte machen" lassen wir uns von den bösen Abzockern keinesfalls wegnehmen: 

Mögen SIE ruhig ihr virtuelles Geld verschieben und davon alt, krank und hässlich werden.

WIR bieten ausschließlich Reales und Echtes an (zumindest so echt wie John Cage's 4'33'') - etwas, das die Menschheit von jeher benötigt: KUNST

Und für das sie (die Menschheit) bereit ist uns - euch - dir - einen Gegenwert zu bezahlen.

DAS zu erkennen und anzuerkennen, dass es nämlich Teil deines "Jobs" als Künstler°in ist, das von dir Geschaffene auch in das von dir Benötigte verwandeln zu lassen - von anderen, die dazu bereit sind (und durchaus auch mit Hilfe eines Agenten, Galeristen, Managers - aber den zu finden und den richtigen Umgang mit ihm oder ihr zu pflegen ist ebenfalls Teil dieses, deines Jobs!) - DAS ist die KUNST GESCHÄFTE ZU MACHEN.

Teil deines Jobs als Künstler°in ist es, deine Arbeit auch der Welt anzubieten - um das von dir Geschaffene in das von dir Benötigte verwandeln zu lassen.

So sehe ich das jedenfalls. Und ihr? 

Ich bin schon gespannt auf eure Beiträge hier unten in den Kommentaren - und ich freu mich darauf, mit euch den Faden weiter zu spinnen!

Euer

Peter Unterschrift nur Peter freigestellt klein 200px


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