Wie komme ich zur Oper? Oder: warum es wichtig ist, den richtigen Rahmen zu setzen.

Habt ihr euch je gefragt, warum manche Menschen ihre Bilder in Zahnarztpraxen ausstellen und andere in Museen? Warum manche bei Hochzeiten singen und andere in Konzertsälen? Warum die einen in Kindergärten auftreten und die anderen in großen Theatern? Warum manche in der Badewanne singen und andere in der Oper?

Bitte beachte, dass ICH in diese Darstellung KEINE Wertung eingebaut habe.

Ich sage hier nicht, dass das eine in irgendeiner Weise besser oder schlechter wäre als das andere - ebensowenig wie irgendetwas dazwischen. Solltest DU eine Wertung herausgelesen haben, dann deshalb, weil diese möglicherweise in deinem Kopf vorhanden ist.

Fühl dich aber jetzt bitte nicht ertappt, denn: Es ist ok - es ist absolut richtig und wichtig, Wertungen vorzunehmen und Kriterien zu haben, was Erfolg bedeutet - für dich selbst!

Jeder Mensch ist verschiedenen und auch jede°r Künstler°in kommt auf verschiedenen Wegen und aus verschiedenen Gründen dorthin, wo sie eben (gerade) ist - sei es eben im Jazzkeller oder in der Oper.

Du kannst dort, wo du gerade bist, glücklich oder unglücklich sein, zufrieden oder unzufrieden.

Es kann sein, dass du genau dort gerade sein willst (egal wie andere das sehen) und absolut „in deinem Element“ - oder es kann sein, dass du ganz woanders sein möchtest und daher unzufrieden, egal wie toll die anderen dich finden.

Wie kommen wir eigentlich dorthin, wo wir hinkommen?

Im täglichen Leben, bei den einfachen Dingen, ist das klar: wenn ich zur Oper will, dann steige ich in den Zug, die Straßenbahn, den Bus, der mich zur Oper bringt. Wenn ich zu einer bestimmten Uhrzeit dort sein will, dann überlege ich mir die Zeit, die es dauert und fahre rechtzeitig los. Wenn ich vor der Oper jemanden treffen will, dann mache ich mir das im Vorfeld mit dieser Person aus.

In jedem Fall - und darauf will ich hinaus - habe ich eine klare Vorstellung davon, dass ich zur Oper möchte, weiß, wo diese sich befindet - oder ich finde das eben heraus (z.B. mit Google Maps). Es kann passieren, dass ich mich verirre, dass ich plötzlich vor dem Konzertcafe stehe, statt vor der Oper, aber das ist eher unwahrscheinlicher.

Noch unwahrscheinlicher ist, dass ich einfach IRGENDWO hin gehe, die nächstbeste Tram nehme, irgendeinen Weg einschlage - und dann plötzlich - ÜBERRASCHUNG - vor der Oper stehe - und dort auch noch die Person treffe, die ich treffen wollte (ohne vorher etwas vereinbart zu haben).

Ist es zulässig, diese Metapher auf deine künstlerische Karriere zu übertragen?

Ich glaube: ja. Wenn du nicht nur ZUR Oper, sondern IN die Oper willst...

(die „Oper“ steht hier stellvertretend für:

... mit deinen Bildern in ein Museum

... mit deiner Schauspielkunst ein großes Theater

... mit deinen Büchern in Buchhandlungen

... etc.

...was es eben für dich und deine künstlerische Tätigkeit ist)

...wenn du also IN die Oper willst, dort singen, dort eines Tages in einer Hauptrolle auftreten - dann solltest du eben herausfinden, welche Art von „Straßenbahn“ und welche Wege dich dorthin bringen.

Selbstverständlich wird dieser Weg unglaublich viel komplizierter, jedenfalls komplexer sein - so, als würdest du nicht aus der Vorstadt zur Oper fahren, sondern aus dem hintersten Bergtal in den Alpen. Möglicherweise musst du sehr oft das Verkehrsmittel wechseln.

Nicht jede°r startet zudem vom selben Ausgangspunkt. Einige sind von vornherein schon näher dran, andere weiter weg. Wieder andere haben schnellere Verkehrsmittel (sei es aus glücklicher Fügung oder durch gezielte Planung) und überhaupt machen sich einige motivierter und bestimmter auf den Weg und andere eher abgelenkt und bummelnd.

Voraussetzung aber, um anzukommen, ist in jedem Fall, dass du:

1) überhaupt weißt, wo du hinwillst

2) dich dafür entscheidest, dass du dort hinwillst

3) dich auf den Weg machst

4) dich unterwegs nicht vom Ziel abbringen lässt bzw.

4a) WENN du dich abbringen lässt, das aufgrund einer bewussten Entscheidung tust, und

5) wenn du dort bist, auch ERKENNST dass du dort bist

Letzteres mag absurd klingen - aber leider ist es Realität: oft erreichen Menschen ihre Ziele und erkennen gar nicht, DASS sie diese erreicht haben - bzw. wertschätzen dieses Erreichen (und sich selbst) nicht - sondern hetzen schon wieder weiter zur nächsten Station.

Den Fokus möchte ich aber heute auf den Punkt Nr. 1) legen:

Dass du überhaupt weißt, wo du hinwillst.

Damit kämpfen die meisten. Und es ist auch nicht einfach. Wir leben in einer Welt, in der es SO viele Möglichkeiten gibt. Und SO viele Ablenkungen. Und Versuchungen. Und noch mehr, noch andere Möglichkeiten.

WIE solltest du da genau wissen, wo du hinwillst?

Das ist auch der Grund, warum die meisten Ratschläge wie „Setze dir ein Ziel und so… und so… erreichst du es“ wenig bewirken: die meisten Menschen wissen gar nicht so genau, was ihr Ziel ist.

Beziehungsweise: Sie haben Angst, riesige Angst, es so genau zu definieren.

Denn: was ist, wenn ich es nicht erreiche? Muss ich dann nicht zugeben, dass ich gescheitert bin? Da bleibe ich lieber vage und gebe mich mit dem zufrieden, was eben daherkommt.

Solange du tatsächlich mit dem zufrieden bist, was daherkommt, ist das ja auch ok!

Was aber, wenn du das nicht bist? Wenn du ganz woanders hin wolltest, aber einfach nicht so genau weißt, wohin?

Ich würde vermuten: du weißt es wahrscheinlich sogar, aber du willst es nicht zugeben. Du denkst, der Traum ist eine Schuhnummer zu groß für dich. Du willst es lieber nicht allzu sehr, sonst musst du vielleicht irgendwann zugeben, es hat nicht geklappt.

Wenn DAS der Grund ist für die Zahnarztpraxen, die Hochzeiten, die Kindergärten, die Badewannen, dann wirst du dort nicht glücklich werden.

Nochmals: ich werte nicht über diese oder andere Orte und Zusammenhänge, in denen du deine Kunst zeigst - die Frage ist immer, ob du dort sein möchtest, ob du dort hinwolltest - und wo du EIGENTLICH sein möchtest!

Und genau dafür ist es wichtig, sich selbst einen Rahmen zu setzen.

Du weißt vielleicht nicht GENAU wo du hinwillst, aber wenn du in dich gehst, dann kannst du dir zumindest die Richtung vorstellen. Du kannst einen allgemeinen Rahmen definieren - oder wenn schon nicht definieren, dann vorerst diesen dir einmal vage - und dann immer konkreter - vorstellen.

Nur wenn du anfängst zu träumen - und dir dann immer konkreter vorzustellen - welches der Rahmen ist, in dem du deine künstlerischen Arbeiten zeigen möchtest, nur dann werden sich dir diese Möglichkeiten auch eröffnen. Und wie immer meine ich das absolut nicht esoterisch, im Sinne von „Wünsche ans Universum“, sondern ganz konkret und real:

Du wirst dich nur auf Dinge zubewegen, die du dir vorher - in einem allgemeinen, später immer konkreteren - Rahmen vorgestellt hast.

Du wirst nur dann die Power aufbringen, wenn es dich dort hinzieht. Vor allem aber: du wirst Chancen nur ergreifen, wenn sie in diesen vorgestellten Rahmen passen.

Mit dem Karin Schäfer Figuren Theater hatten wir bisher Auftritte in 45 Ländern (und, ja, auch schon in Opernhäusern) - begonnen haben wir in Kindergärten und Schulen. Wie haben wir es geschafft, zu all diese Auftritten zu kommen? Indem wir uns sehr früh schon den Rahmen gesteckt hatten, dass wir das tun möchten: Theater machen und damit international reisen.

Wie genau, wann genau, wohin genau: das haben wir natürlich nicht gewusst, das hat sich ergeben, oft durch Zufall. Aber wir wussten, DASS wir es machen wollen. Wir wussten, DASS wir eines Tages gemeinsam mit eine Orchester auftreten wollen. Lange, bevor wir überhaupt ein Stück hatten, das dafür geeignet war. WEIL wir das wussten, konnten wir aktiv nach Möglichkeiten suchen und auch dort, wo sich unverhofft Möglichkeiten auftaten, diese ergreifen, auch wenn wir riesengroßen Schiss davor hatten.

Was ist dein Rahmen? Wo siehst du dich, auch wenn du nicht einmal vor dir selbst zugeben möchtest, dass du dich dort siehst? Wo soll deine Kunst dich hinbringen?

Der wichtigste, erste Schritt ist es, zuzulassen, diese Gedanken überhaupt zu denken. Diese Träume zu träumen. Sie nach und nach aus dem Vagen in das Konkrete zu holen. Setze dir DEINEN persönlichen Rahmen, lerne ihn zuerst einmal kennen, widme jeden Tag einige Minuten deinen Tagträumen und schau, was kommt.

So wie ein Bild entsteht, wie du eine Rolle einstudierst, wie du ein Lied textest, eine Arbeit konzipierst - so erarbeitest du auch Tag für Tag den Rahmen, in dem du dich eines Tages bewegen möchtest.

Was ist dein Rahmen? Möchtest du ihn hier mit uns teilen?

Was ist der wichtigste Aspekt den du dir aus diesem Text mitnimmst?

Wie immer freue ich mich über deine Antwort - die auch all den anderen, die hier mitlesen, weiterhilft - unten auf dieser Seite, in den Kommentaren!


NEU: Die 5-Tage-Challenge


Ich zeige dir  die 5 ersten und wichtigsten Schritte zum Erfolg als Künstler°in und Kreative°r und zwar Schritt für Schritt - über 5 Tage hinweg!

Melde dich jetzt an und Du bekommst an jedem der nächsten 5 Tage ein Mail mit wichtigen Überlegungen zu diesen ersten 5 Schritten, die dich entscheidend weiterbringen werden:

Noch keine Kommentare vorhanden.

Was denkst du?

Werde Teil des art!up Netzwerkes, schließe dich über 2000 Künstler°innen und Kreativen an und erhalte regelmäßige Infos, Tipps und die aktuellen art!up Termine:

Suche im Blog:

Beliebteste Beiträge

Alle Beiträge
call me
+43 676 933 0979
follow me