Ich weiß was ich tun sollte - aber ich tue es einfach nicht

briefe fragen Jun 19, 2020

Liebe N.,

du schreibst, dass du eigentlich genau weißt, was du tun solltest, dass du einen genauen Plan hast, in dem schon alles Schritt für Schritt von dir festgelegt wurde - aber dass du es dann einfach nicht tust.

Tag für Tag und oft Woche für Woche vergehen - und es geht absolut nichts weiter, sagst du. Weil du dich nicht aufraffen kannst. Weil du nicht genau weißt, wo du beginnen sollst. Weil es einfach zu viel ist. Weil du nicht weißt, wo du die Motivation hernehmen sollst.

Du fragst, ob ich dir helfen kann und gerne gebe ich dir dazu ein drei konkrete Impulse:

1 | Bist du dir sicher, dass "nichts weiter geht"?

Oft haben wir eine umfangreiche Todo-Liste, nehmen sie aber gar nicht zu Hand sondern tun, was uns gerade einfällt oder was uns gerade über den Weg läuft und haben dann ein schlechtes Gewissen, weil wir uns nicht an unsere Liste halten.

Natürlich ist es besser und effizienter, sich an unsere Pläne zu halten, wenn wir denn schon welche gemacht haben. Ich werde noch darauf eingehen, wie du das tun kannst.

Zunächst aber die Frage: hast du WIRKLICH nichts getan? Oder hast du einfach "nur" nicht gemäß deiner Liste gehandelt, aber doch sehr viel (anderes) erledigt?

Um das herauszufinden, verwende am besten die art!up 15/15 Methode:

Nimm dir 15 Minuten Zeit und mache ein komplettes Brainstorming zu allem, was dir einfällt, dass du in den letzten 15 Tagen gemacht und erledigt hast. Du wirst wahrscheinlich erstaunt sein!

Natürlich ist es möglich, dass du danach einfach nur 15 Staffeln von verschiedenen Netflix Serien notiert hast, aber so wie ich dich kenne, denke ich, dass das sehr unwahrscheinlich ist. Ich vermute viel eher, dass du verblüfft bist, wie viel du DOCH in diesen vergangen zwei Wochen gemacht hast, obwohl du das Gefühl hattest, es sei nichts geschehen.

Vielleicht war das, was du getan hast, nicht unbedingt das Dringendste, oder Wichtigste oder nicht in einer sinnvollen Reihenfolge - darauf, wie du das herausfinden kannst, was die beste Reihenfolge ist, gehe ich in einem meiner nächsten Blogbeiträge noch ein.

ABER: es ist eben doch viel geschehen und du siehst, welche Kapazitäten du hast - UND du kannst auf deiner Brainstorming-Liste auch ablesen, wo du noch weitere freie Kapazitäten hättest, wenn du sie richtig einsetzen würdest.

Das bringt mich zum nächsten Impuls:

2 | Hast du deine Pläne auch eindeutig mit einem - DEINEM - langfristigen Ziel verbunden?

Hast du ein solches Ziel definiert? Falls nein, dann nimm dir jetzt gleich im Anschluss, wenn du fertig gelesen hast, eine Stunde Zeit um dir darüber klar zu werden, worauf alle die Todos auf deiner Liste, dein gesamter Plan den du dir gemacht hast, eigentlich hinauslaufen sollen?

Was ist das eigentliche, das "wirkliche" Ziel dahinter?

Mit "wirkliches" Ziel meine ich etwas, das über den Abschluss, die Fertigstellung eines bestimmten Plans oder Projekts hinausgeht.

Und zwar in dem Sinn:

- Was wirst du FÜR DICH erreicht haben, wenn du deinen Plan verwirklicht hast?

- In welcher Situation und Position wirst du dann sein, wie wirst du dich fühlen?

- Wie wird sich dein Leben und deine Wahrnehmung dadurch verändert haben?

Wenn du dir das wirklich klar machst, wenn du wirklich weißt, WARUM du diesen Plan umsetzen möchtest und wie du dich danach, wenn es (auch nur in Teilen!) gelungen ist, fühlen wirst - DANN wird es einfacher sein, immer wieder die Motivation zu finden, deinen Plan in die Hand zu nehmen und Schritt für Schritt damit weiter zu machen.

Was allerdings noch fehlt, um das wirklich sicher zu stellen ist:

3 | Baue dir Routinen auf!

Aus dem Stand zu starten, das fällt jedem schwer. Du brauchst nicht eifersüchtig auf andere, die "so viel mehr erreichen und schaffen" zu blicken und dir denken, sie hätten etwas, das du nicht hast, eine magische Kraft zur Motivation.

Ja, vielleicht haben sie in Bezug auf Motivation bessere Methoden als du (die du aber ebenfalls lernen kannst), sie haben aber mit aller Wahrscheinlichkeit eine bestimmte Sache in ihrem Leben eingeführt, die dir wahrscheinlich noch fehlt - oder an die du dich erinnern solltest:

Sie arbeiten mit Routinen.

Sie starten ihren Tag nicht als weißes, blankes Blatt Papier, sondern sie haben einen bestimmten Tagesablauf, der sich an vielen, wenn nicht an allen Tagen wiederholt. Sie müssen sich nicht überlegen: was werde ich heute tun? Sie starten den Tag mit einer bestimmten Folge an Dingen, die festgelegt sind und die jeweils den nächsten Schritt nach sich ziehen.

Das klingt jetzt vielleicht schlimm oder unflexibel, aber ich möchte dir versichern, dass dem nicht so ist!

Die Routinen sind ja nur der Rahmen, anfüllen kannst du diesen Rahmen mit allem, was dir wichtig ist und dir Freude macht, durchaus und in allererster Linie mit kreativen Dingen!

Wenn du Biographien erfolgreicher Schriftsteller, Malerinnen, Tänzer, Athletinnen, Schauspieler, Regisseurinnen, Sänger und so weiter liest, wirst du bald merken: die meisten von ihnen hatten einen sehr strukturierten Tagesablauf und haben sich selbst sehr genau vorgegeben, WANN sie kreativ bzw. produktiv sind.

Sie warten nicht, bis sie "inspiriert" sind, sondern sie sind inspiriert, weil sie täglich an dem, was ihnen wichtig ist, arbeiten.

Das geht vielleicht nicht von heute auf morgen, du wirst, wenn du es nicht gewohnt bist, Rückschläge haben, Tage, an denen du deiner Routine nicht folgst, an denen du aus dem Rhythmus kommst. Versuche es trotzdem, bleibe dran.

Lege dir einen Rahmen fest, an dem du an so vielen Tagen hintereinander, wie nur möglich, dich ausrichtest und den du mit deinen kreativen ebenso wie mit deinen produktiven und deinen organisatorischen Tätigkeiten ausfüllst.

Sei Vormittag Künstlerin und Kreative und Nachmittags dein eigener Manager.

Oder umgekehrt. Finde heraus, wie es für dich passt - aber lege es dann unbedingt als Routine fest, halte dich Tag für Tag daran und beginne wieder von vorne, wenn du mal selbst aus der Reihe tanzt.

Dies also sind meine drei Impulse zu deiner Frage und ich hoffe, du kannst damit etwas anfangen.

Lass mich wissen, wie es dir damit geht und verrate mir, wenn es soweit ist, was du aus dem, was du nun umsetzt und anders machst, gelernt hast.

Ich freue mich, von dir zu hören!

dein

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